„Transformation ist eine Daueraufgabe!“
Wie steht es um die Wirtschaft in Niederbayern? Wie kann Transformation gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der regionalen Transformationskonferenz in Straubing.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrüßte über 40 Vertreter aus Wirtschaft, Kommunalpolitik, der Arbeitsagentur sowie Sozialpartner. „Niederbayern steht heute dank seiner Industrie wirtschaftlich solide da. Diese kommt aber immer mehr unter Druck, Transformation ist eine Daueraufgabe um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Aiwanger. Transformation in Niederbayern sei jedoch nicht nur möglich, sondern werde bereits erfolgreich umgesetzt, wie zahlreiche Betriebe bereits zeigten. So sei etwa Straubing ein Bioökonomiezentrum in Bayern. Erfreulich ist laut Aiwanger auch die Erschließung neuer Geschäftsfelder: 2024 wurden in Niederbayern 11.572 Unternehmen angemeldet.
Mit Blick auf die anstehenden wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen sagte Aiwanger: „Unser Ziel ist nach wie vor, diese Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Automobilbranche und Maschinenbau müssen sich zunehmend mit chinesischer Konkurrenz auseinandersetzen. Innovative Technik schafft die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung. Neue Kunden wie aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sorgen für eine langfristig stabile Nachfrage nach Qualität aus Niederbayern. Unsere Unternehmen können Technik. Sie brauchen aber die richtige Unterstützung durch verlässliche Rahmenbedingungen und funktionierende Strukturen. Wir drängen beim Bund nachdrücklich auf sinkende Energie- und Strompreise sowie vereinfachte Behördenprozesse. Wo wir es auf Landesebene können, gehen wir mit gutem Beispiel voran. Bayern ist mittlerweile Gründerland Nummer Eins in Deutschland, weil wir die Rahmenbedingungen für die Gründung von neuen Unternehmen in den letzten Jahren deutlich verbessert haben.“
Neuer Transformationsfonds
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte die vielfältigen Unterstützungsangebote für niederbayerische Unternehmen. So profitieren Betriebe in der Region von Förderprogrammen für praxisnahe Innovations- und Technologieprojekte, die gemeinsam mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Bereichen wie Materialforschung, Digitalisierung, Mobilität und Energieeffizienz umgesetzt werden. Ein Baustein der Innovationsförderung ist auch der neue bayerische Transformationsfonds in Höhe von 350 Millionen Euro, aus dem Unternehmen gefördert werden, die ihre Produktion an neue technologische oder ökologische Anforderungen anpassen. „Davon sind mindestens 200 Millionen Euro für die Automobil- und Zulieferindustrie vorgesehen. Das kommt Niederbayern daher besonders zu Gute“, so Aiwanger. Gefördert werden branchenoffen Transformationsvorhaben im gesamten Freistaat. Im vergangenen Jahr flossen rund 169 Millionen Euro an Regionalfördermitteln in die Region, um kleine und mittlere Unternehmen bei Modernisierung, Ausbau und Arbeitsplatzschaffung zu unterstützen – und damit private Investitionen in Milliardenhöhe auszulösen. Aiwanger hob außerdem die Entlastung des Mittelstands durch Bürokratieabbau hervor: Digitale Förderanträge und beschleunigte Genehmigungsverfahren sollen Betrieben den administrativen Aufwand erleichtern. Ergänzend setzt das Wirtschaftsministerium auf den Ausbau der beruflichen Bildung.
Die regionale Transformationskonferenz war die sechste Veranstaltung dieser Art in Bayern. Die Hafen Straubing-Sand GmbH, die Gluth Systemtechnik GmbH und die Sonplas GmbH stellten dabei ihre Best-Practice-Beispiele vor.
Daten zur Wirtschaftskraft Niederbayerns:
Zwischen 2012 und 2022 stieg das Bruttoinlandsprodukt in Niederbayern um 52,9 Prozent und damit stärker als im bayerischen Durchschnitt von 44,4 Prozent. Rund 28,6 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe, die Exportquote liegt hier bei 57,3 Prozent. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent im September 2025 belegte Niederbayern bayernweit Platz zwei und lag deutlich unter dem Bundesschnitt von 6,3 Prozent.